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Verlassenes Schloss in Thüringen
Thüringen wie auch Sachsen und noch einige weitere der neuen Bundesländern sind regelrecht gespickt mit alten Schlössern und viele davon sind seit Jahren verlassen und dem Verfall preisgegeben. Manche liegen auch weit abseits von jeder Urbanität, umrankt von einer Vegetation, die, wie das Schloss, ebenfalls seit vielen Jahren sich selbst überlassen ist und frühere Zugangswege mit den Jahren verschwinden ließ. So ist es mit manchen dieser postaristokratischen Anwesen wirklich ein wenig so, wie im Grimmschen Märchen von der mit einem Fluch belegten jungen Prinzessin. Ein dafür besonders mustergültiges Exemplar ist dieses Schloss. Malerisch an einem kleinen See liegt dieses Schloß in seinem Dornröschenschlaf. Was aus ihm und seinen "Artgenossen" einmal wird? Möglicherweise schlicht nichts mehr. Nicht gerade förderlich für die altehrwürdigen Mauern sind auch die gegenwärtigen Eigentumsverhältnisse, die mitunter herrschen. In den stürmischen Wendezeiten wurde da schon mal schnell ein alter Adelssitz an einen ausländischen Investor verkauft ohne näher hinzusehen. So kam es nicht all zu selten vor, dass man einem Spekulanten aufgesessen ist, dem das erworbene, meist sehr geschichtsträchtige Bauwerk denkbar gleichgültig war, sondern nur der pekuniäre Aspekt interessierte. Dann mag es auch die Sorte Investoren gegeben haben und geben, die es an sich gut meinen mit ihrem neuen Besitz und ihn bewahren wollen, sich aber damit verhoben haben und sie so ein ähnliches Schicksal wie ihr Besitz ereilt, zumindest finanziell. Und dann mang es noch die gegeben haben, die die damaligen Angebote der Treuhandanstalt und ihrer seinerzeitigen Pendants eher als lukrativen Ausverkauf verstanden und auf Schnäppchenjagd gingen. Das ging dann vielleicht mal in etwa so – in einem Büro in der Londoner City: „An old castle in good old Germany and this for only 100,000 Deutschmark?! Buy now! What is also offered?“. Heute längst abgeschrieben, von der Steuer abgesetzt, vergessen und nie selbst gesehen.